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07.08.2016 16:25

Welt am Sonntag-Interview mit tgb-Sprecher Dr. Vural Ünlü: "Überschwappen der Konflikte ist kaum vermeidbar"

Vural Ünlü ist Chef der türkischen Gemeinde Bayerns – und kein Erdogan-Anhänger. Der Manager sagt,...


03.08.2016 16:25

Münchner Merkur-Beitrag "Eine Heimat, die keine mehr ist" mit Kurzkommentar von tgb-Sprecher Dr. Vural Ünlü

Die Gesellschaft in der Türkei ist nach dem Putschversuch tief gespalten. Viele Menschen haben...


17.12.2015 01:15 Alter: 3 yrs

Rhabbi, Papa Türk, Mexikaner: Dürfen Getränke so heißen? Nachgefragt bei der tgb

Von: Hatice Kahraman und Okan Bellikli

Unternehmen wollen auffallen mit ihren Produkten. Müssen sie auch, schließlich reiht sich im Supermarktregal Getränk an Getränk an Getränk an Getränk. Unternehmen wollen auch unterhalten mit ihren Produkten, überraschen, eine Geschichte erzählen. Oft gelingt das, oft auch nicht.

"Müllermilch“ musste das kürzlich erfahren: Auf einer Milchflasche räkelten sich Pin-up-Girls, die Sorte "Sharon Sheila Schoko" zeigte eine dunkelhäutige Frau mit einem Stück Schokolade auf dem Schoß. Rassistisch sei das, ärgerten sich etliche auf Twitter, sexistisch und geschmacklos, #ichkaufdasnicht.

Und was ist mit lustigen Rabbinern, scharfen Mexikanern und Papa Türk auf Getränkeflaschen? Ärgerliche Stereotype oder lustige Idee?

"Papa Türk"

Was sagen die Macher?

Jan Plewinski hat das Getränk mit erfunden, es wirke "neutralisierend gegen Essengerüche in ca. 60 Minuten", versprechen sie auf ihrer Webseite. Er sagt, der auf der Flasche abgebildete Mann sei schon lange ein Freund und arbeite tatsächlich in einem Dönerladen. “Der Name ist eine Hommage an ihn und unser Lieblings-Fastfood, das eben einen türkischen Ursprung hat. Uns liegt nichts ferner als Rassismus. Ganz im Gegenteil wünschen wir uns eher, dass Papa Türk mit einem multikulturellen Deutschland in Verbindung gebracht wird."

Was sagen Menschen mit türkischen Wurzeln?

Fuat, 27

"Auf der einen Seite finde ich das lustig. Ich glaube, die haben das nur gemacht, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber wenn das gut schmeckt, ist der Name doch egal.“

Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland

"Ich finde es geschmacklos, aber das als rassistisch zu bezeichnen, wäre etwas überzogen. Man sollte aufpassen, Klischees nicht zur Marke zu machen. Wir haben Produkte mit Namen wie 'Negerkuss' und Ähnliches vom Markt genommen, und brauchen keine neuen Ausdrücke, die unnötige Diskussionen auslösen."

Vural Ünlü, Vorstandssprecher der Türkischen Gemeinde in Bayern e.V.

"Ich denke schon, dass der Name des Getränks im wahrsten Sinne des Wortes ein Gschmäckle hat. Er unterstellt, dass Türken ein Heilmittel für ihren eigenen Mundgeruch entwickelt haben. Und das treibt dann schon die Vorurteile und reiht sich ein in sprachlichen Rassismus à la 'Zigeunersauce' und 'Mohrenkopf'. Dass das Logo cool und poppig gestaltet und an den Lieblingsdönerladen der Erfinder angelehnt ist, taugt somit nicht als Ausrede."